Roth, Florian
Koordinator für eine klimaneutrale Kommunalverwaltung
Bauverwaltung
Braune Stängel, zottelige Blüten und dürre Samenstände. Einige „Natur nah dran“-Flächen in Baienfurt erinnern zurzeit eher an einen Trockenstrauß, als an blühende Insektentankstellen. Doch auch in ihrer herbstlichen Optik erfüllen sie wichtige ökologische Funktionen: Sie bieten Nistquartiere für Insekten und Nahrungsquellen für Vögel.
„Vögel wie Distelfinken sind in der kalten Jahreszeit auf die Samen von Flockenblumen, Disteln oder Karden angewiesen. Und in den verholzenden Stängeln von Wildpflanzen wie Königskerzen haben beispielsweise Mauerbienen oder Blattschneiderbienen ihre Kinderstuben angelegt. Die müssen stehen bleiben, damit im Frühjahr eine neue Generation Wildbienen schlüpfen kann“, erklärt Martin Klatt, „Natur nah dran“-Projektleiter beim NABU Baden-Württemberg. Nicht nur für den Nachwuchs sind die dürren Stauden wichtig. Bei manchen Arten überwintern auch die ausgewachsenen Tiere an oder in den dürren Stängeln.
Gemäht werden die Staudenbeete und Säume erst wieder im nächsten Frühjahr, nachdem die Insekten geschlüpft sind. Im Gegensatz dazu werden Wiesen schon im Herbst gemäht, denn die hier wachsenden Pflanzengemeinschaften sind auf den zweimal jährlichen Schnitt angewiesen. Doch auch bei den Wiesen ist das Stehenlassen von Altgrasstreifen oder Anteilen der Fläche über den Winter sinnvoll. Am Boden warten die kleinen Blattrosetten der Jungpflanzen schon darauf, im Frühling wachsen zu können. Deswegen ist es wichtig, dass nach dem Mähen das Schnittgut von der Fläche entfernt wird. So wird verhindert, dass welke Blattmasse die Jungpflanzen niederdrückt und der Boden mit Nährstoffen angereichert wird. Denn Wildpflanzen brauchen mageren, nährstoffarmen Boden, um zu gedeihen. Tiere wie Grabwespen oder manche Schmetterlingsarten überwintern im Wiesenboden.
Die Gemeinde Baienfurt hat im Jahr 2023 im Rahmen des Kooperationsprojekts „Natur nah dran“ des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) vier Grünflächen in wertvolle Biotope mit Wildpflanzen umgewandelt.

Am Samstag 28. Juni gab es in Baienfurt erneut einen Tag der offenen Gartentür in Baienfurt, welcher von den Garten- und Blumenfreunden Baienfurt e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Baienfurt veranstaltet wurde.
Wenn auch aufgrund der enormen Hitze am Veranstaltungstag, letztlich wohl doch die ein oder andere Person den Sprung ins kühle Nass einem Besuch der Gärten in Baienfurt vorgezogen hat, so war es erneut eine überaus gelungene Veranstaltung.
Insgesamt konnten von den interessierten Besucherinnen und Besuchern fünf Gärten und drei Kleingartenanlagen im Baienfurter Gemeindegebiet besichtigt werden. Die Vielfalt der teilnehmenden Gärten war immens und die Gärten boten jede Menge Überraschungen sowie auch viele tolle Plätze zum Verweilen. Auch für Kinder gab es viel Spannendes zu entdecken. Besonders beliebt bei Kindern waren die zahlreichen tierischen Gartenbewohner, von Bienen über Hühner, Meerschweinchen bis hin zu Schildkröten und vielen weiteren.
Wir danken allen Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern für die Öffnung Ihrer tollen Privatgärten und den herzlichen Empfang!
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